Sehr schön beschrieben möchte ich diesen “Fremdlink” einfach so übernehmen.

 

http://www.austria-motor-veterans.at/PDF/57a_Steinbacher.pdf

57a_Oldtimer

Beim Historischen Fahrzeug sind beispielweise (ohne Anspruch auf Vollständigkeit !) folgende Ausnahmen erlaubt:
Bremsen (1.)
Änderungen an der Bremsanlage (in erster Linie bei Vorkriegsfahrzeugen bzw. Fahrzeugen, deren Konstruktion aus Vorkriegszeit
stammt, sofern der Umbau sach.- und fachgerecht durchgeführt wurde, z. B. um deren Leistung zu verbessern - sowie der Umbau
von Seilzug- auf Gestänge- oder Hydraulikbremsanlage). Diese sind unproblematisch, auch wenn sie später gemacht oder eingetragen
wurden. Die Bremsleitungen historischer Fahrzeuge dürfen bei Ersatz in Kupfer ausgeführt sein. Die Wirksamkeit der Bremsanlagen
kann im Zuge einer Probefahrt (und muss nicht auf der Rolle) überprüft werden ( Dies trifft vor allem auf Vorkriegsfahrzeuge
und Dreiräder zu. (1.4.1./ Feststellbremse bzw. 1.2.2./ Betriebsbremse)), punkto Wirksamkeit der Hilfsbremse (2. Bremskreis) genießen
die historischen Fahrzeuge, die diesen nicht haben, eine Ausnahme (1.3.2.)
Lenker/Lenkrad (2.2.)
Lenkräder mit einem Außendurchmesser unter 33 cm, wenn diese so genehmigt wurden, wie z.B. bei Mini Cooper oder Lotus Super 7
sowie Lenkstangen mit einer Lenkerbreite kleiner als 40 cm und größer als 80 cm, sofern deren Genehmigung nachgewiesen wird. (z.
B. haben Indian und Henderson größere Lenker als 80 cm)
Genehmigungszeichen oder Vorhandensein von Ausstattung (3. und 4.)
Da beim historischen Kfz später erfundene oder vorgeschriebene Details noch gar nicht vorhanden sein konnten, bringt ihr Fehlen
keinen Mangeleintrag im Protokoll, sofern diese Abweichungen mit der Genehmigung übereinstimmen. Dies gilt generell für die
- E-Genehmigungszeichen, deren Sichtbarkeit im Sichtfeld (3.1.),
- Sicherheitsglas/Scheiben mit E-Genehmigungszeichen im Auto eingebaut (3.2.),
- das Fehlen des Rückspiegels (innen und außen)
- das Fehlen oder die nicht den Vorschriften entsprechende Scheibenwischer-Funktion (mind. 30 / maximal 90 Arbeitsgänge in der
Minute; 3.4.)
- das Fehlen der Scheibenwaschanlage für die Windschutzscheibe (3.5.),
- das Fehlen einer Defrosteranlage (3.6.) das gilt sinngemäß für Scheinwerfer oder andere Leuchten - z. B. wenn diese nicht vorhanden
sind oder der Anbau nicht vorschriftsmäßig ist (z.B. durch Abdeckung durch Anbauten; 4.1.) deren Anbringung sowie
- das Fehlen der Leuchtweitenregulierung (4.1.2.),
- die für die Lichtanlage verwendeten Schalter-Lichthupe, Fernlichtkontrolle (4.1.3), Anhänger-Kontroll-Lampe (4.4.3.)
Optischen Wirkungsgrad (4.1.4.1.)
der Scheinwerfer - z. B. wird eine Ausnahme gemacht, wenn das Licht nicht exakt gleich bzw. nicht einsteilbar ist oder die Leuchtkraft
nicht so optimal gegeben ist.
Dagegen gibt es generell keine Ausnahmen bei Bremsleuchten/Blinker

Bremsleuchten müssen 2x vorhanden sein und rot leuchten (mit 1. Jänner 1973 wurde das orange Bremslicht verboten).
- Zugmaschinen die vor dem 1. Jänner 1968 erstmals zugelassen wurden, brauchen nur eine Bremsleuchte
- Blinker müssen immer vorhanden sein und orange leuchten (weißes bzw. rotes Blinklicht sind seit 1. Jänner 1973 verboten). Ersatzmöglichkeit
besteht in Form eines Lichtbalkens.
Ausnahmen werden z. B. gemacht wenn ein Teil der anderen Leuchten (also z.B. Begrenzungs-, Seitenmarkierungs- oder Schlussleuchten
beim historischen Fahrzeug fehlen, wenn deren Anbringung von den Vorschriften abweicht oder wenn Anbaugeräte oder
Fahrzeugteile mehr als 40 cm über die Leuchten herausragen. Dies gilt sinngemäß auch für
Begrenzungs-Umriss-Leuchten (4.2.1.)
Punkto Lichtfarben und optischer Wirkungsgrad (4.2.2.) werden beim historischen Fahrzeug z. B. Ausnahmen gemacht, wenn (serienmäßige)
Anbauten die Leuchten verdecken, gleiches gilt für die Bremsleuchten (4.3.1. bzw. 4.3.2.)
Keinen Warnblinker (4.4.1.) brauchen Fahrzeuge bzw. Typen, die vor dem 22. Dezember 1977 genehmigt wurden (Zustand und
Funktion).
Ausnahmen werden bei der Blinkerfrequenz (4.4.4.) gemacht wenn diese beim historischen Fahrzeug nicht im gesetzlichen festgelegten
Bereich zwischen 60 und 120 Perioden/Minute liegt.
Für Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchten (4.5.) gilt, dass alles was angebaut ist, funktionieren muss.
Bei Stoßdämpfern (5.1.4.)
gibt es z.B. Ausnahmen, sofern diese - wie eine Reihe von Fahrzeugen der 20er- und 30er Jahre und Motorräder bis in die Zeit des 2.
Weltkriegs - nicht am Fahrzeugtyp vorhanden waren.
Bei Räder/Felgen (5.2.1.)
(auch Alu) und Reifen sind die historischen Fahrzeuge z.B. von der Pflicht, die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) stets mitzuführen
ausgenommen, auch ist die Umrüstung von Diagonal- auf Radialreifen erlaubt, wenn es sich dabei um die richtige Dimension (lt. Umbereifungstabelle)
handelt.
Bei Historischen Kraftfahrzeugen wird z.B. das Fehlen des ECE-Zeichens (5.2.2.) akzeptiert, gleiches gilt für:
Abgasführung - Schalldämpfer (6.1.2.),
die bei einer großen Zahl der historischen Fahrzeuge schon aufgrund des Alters der Fahrzeuge nur noch nachgebaut sein können -
sie sollten aber nach Originalplänen hergestellt sein und dürfen maximal 89 dB Standgeräusch abgeben
Beim Kapitel Führerhaus und Karosserie (6.2.1.)
sind z.B. historische Zugmaschinen (Traktoren) von der Schutzkabinen-Pflicht ausgenommen und bei Einspurigen (die allerdings so
genehmigt sein müssen) hochgezogene Rückenlehnen erlaubt. Bei Landmaschinen ist z.B. die deutliche Lesbarkeit des Schildes mit
der Kabinenprüfnummer (6.2.1.) nicht als Vorschriftsmangel zu werten.

Punkto Türen und Schlösser (6.2.3.) sind z.B. auch Konstruktionen zulässig, die heute nicht mehr zugelassen würden – oder auch,
dass Fahrzeuge gar keine Türen oder Schlösser haben, sofern das original ist. Analog sind z. B. auch Sicherheitsgurte (7.1.1.), ihr
Zustand (7.1.2. und 7.1.3.) oder Glasart von den aktuellen Prüfungsbedingungen ausgenommen - das heißt z.B. sofern Fenster- oder
Plexiglas dem Originalzustand oder einem zeitgenössischen Umbau eines Historischen Kraftfahrzeuges, dessen Status auch in den
Papieren eingetragen wurde, entspricht, dann kann dies der Prüfer bei der wiederkehrenden Begutachtung auch akzeptieren.
Ebenso wird es z.B. bei den Sitzen (6.2.5.) eines historischen Fahrzeuges akzeptiert, wenn diese nicht nach den jetzt gültigen Vorschriften
ausgeführt sind - und daher z.B. keine Arretierung und keine Kopfstützen aufweisen. Analog gilt das für Sicherheitsgurte
(7.1.1.; 7.1.2 und 7.1.3. / Zustand der Gurte).
Bezüglich Schlösser, Diebstahlsicherung (7.3.) ist der Zustand maßgebend und erlaubt, wie das Fahrzeug in Verkehr gebracht
wurde - das heißt, auch wenn Schlösser oder Diebstahlsicherung z.B. fehlen oder sie als "abenteuerliche Konstruktion" bezeichnet
werden können.
Die Ausnahme punkto Unterlegskeilen (7.6.) ist wohl eher theoretisch, da Besitzer historischer Fahrzeuge Unterlegkeile schon aus
Eigeninteresse und Vorsicht selbst mitführen. Ausnahmen werden bei Historischen der Klassen N2 und N3 z.B. aber gemacht, wenn
bei ihnen der (sonst für die Klasse vorgeschriebene) Rückfahrwarner (7.7.) oder bei Kraftfahrzeugen mit einer Bauartgeschwindigkeit
von mehr als 40 km/h und Motorfahrräder der Geschwindigkeitsmesser (Tacho, 7.8.) oder der Fahrtschreiber/Kontrollgerät fehlen -
Voraussetzung ist jeweils, dass das historische Fahrzeug dem Zustand entspricht, in dem es genehmigt wurde.
Auch bezüglich Ständer und Fußrasten von Motorrädern (7.13.) gilt: Die Konstruktion, die das Fahrzeug hatte, und sei sie noch so
abenteuerlich, wird akzeptiert, muss aber funktionieren, sofern sie nicht gegen eine den Vorschriften entsprechende ausgetauscht
wurde. Gleiches gilt für die im Mängelkatalog angeführte Rückholfeder. Beim historischen Motorrad kann z.B. auch akzeptiert werden,
wenn bei der Kette (7.14.1.) z.B. der Kettenschutz fehlt - sofern dies dem Originalzustand zum Zeitpunkt der Genehmigung entspricht.
Auch das Fehlen einer Anlassvorrichtung (7.17.) wird z.B. beim Historischen Kraftfahrzeug akzeptiert (bis zum 1. Weltkrieg war ein
Starter Luxus). Einzelne Fahrzeuge wurden noch in den Sechzigerjahren mit der Kurbel angeworfen, wenn die Batterie einmal nicht
mehr Kraft genug hatte, den Anlasser durchzudrehen. Bei Historischen Omnibussen wird z.B. auch das Fehlen der Haltegriffe (7.1.8.)
toleriert.
Punkto Lärmentwicklung (8.1.) gilt: Akzeptiert werden beim Historischen Kraftfahrzeug 89 dB Standgeräusch und - altersbedingt -
der Ersatz der Originalanlage durch eine Anlage, die die Lärmgrenzen einhält.
Bezüglich Auspuffgase - Rauchentwicklung (8.2.)
Fahrzeuge, die keine moderne Abgasreinigungsanlage (Katalysator) hatten, werden auch ohne Ausrüstung mit Katalysator akzeptiert
und haben folgende Grenzwerte einzuhalten:
- Bei Autos mit 4.Takt-Motor die vor dem 1.10.1973 und Krafträder mit 4-Takt-Motor, die vor dem 28. September 1985 genehmigt wurden, darf der CO-Gehalt max. 4,5 Vol.-% betragen. Sollte der Motor aber bei Einhaltung des Wertes von 4,5% wesentlich weniger
Leistung abgeben, darf der Wert auch überschritten werden - siehe dazu die Herstellervorschriften.
- Alle übrigen 4-Takt-Motorräder haben sonst generell den Grenzwert von 4,5 Vol.-% CO-Gehalt zu erreichen.
Für Fahrzeuge, die zwischen dem 1.10.1973 und dem 27.9.1985 genehmigt wurden, gilt prinzipiell der max. CO-Gehalt 3,5 Vol.-%.
Dieser Wert darf aber - siehe oben - dann überschritten werden, wenn durch die korrekte Einstellung Motorleistung stark herabgesetzt
würde - siehe auch hiezu die jeweiligen Herstellervorschriften.
- Für Autos, deren Genehmigung nach dem 28. 9. 1985 ausgestellt wurde, beträgt der zulässige Wert maximal 3,5 Vol.-%.
- Für Krafträder und Kraftwagen mit 2-Takt-Ottomotor gibt es keine Vorschriften und daher keine CO-Messung.
- Die HC-Emissionsmessung (Grenzwert: 600 ppm HC) wird nur an 4-Takt-Motoren mit mindestens zwei Zylindern vorgenommen,
Viertaktmotoren mit nur einem Zylinder sowie alle Zweitakter und Diesel sind davon ausgenommen.
- Fahrzeuge mit Dieselmotoren (8.2.2.) haben z.B. bezüglich Dieselrauch und Luftfilter die Bestimmungen bzw. im technischen Aufbau
der Anlage dem Zustand zum Zeitpunkt der Genehmigung zu entsprechen. Gibt es keinen Genehmigungswert für den Dieselrauch,
so darf die Schwärzungszahl um mehr als 6 Bacharach überschritten werden.
- Punkto Rauchentwicklung entscheidet der Prüfer bei betriebswarmem Motor aufgrund seiner Erfahrung und abhängig vorgeführten
Typ, was als übermäßige Rauchentwicklung noch bzw. nicht mehr akzeptabel ist.
Funkentstörung (8.3.)
Ein Mangel an der - generell gesetzlich vorgeschriebenen - Funkentstörung ist beim historischen Fahrzeug nicht zu beurteilen.

Quelle:  http://www.austria-motor-veterans.at/PDF/Das_Historische_Fahrzeug.pdf

 

 

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