Oldtimer News

Sie kommt wieder, die rote §57a Plakette umgangssprachlich auch “Pickerl” genannt.

In der Beiratssitzung für „Historische Fahrzeuge“ im November 2016, wurde eine Einigung aller beteiligten öffentlichen Stellen und Wirtschaftskammerbereichen (Fahrzeughandel, Kfz-Techniker), den Automobil Clubs und den Verbänden der österreichischen Oldtimervereine über den Entwurf des §-57a-Plakette zur Kennzeichnung historischer Fahrzeuge erzielt.

Die 35. Novelle des KFG hat den Nationalrat nun passiert und wurde somit verabschiedet.

Das „neue“ Pickerl soll der früheren roten Begutachtungsplakette sehr ähneln. Sie wird mit einem zusätzlichen Kreis ergänzt, in welchem in deutsch „Historisches Fahrzeug“ und für internationale Fahrten in englisch „Historic Vehicle“ stehen wird.

 

 

 

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In diesem Zusammenhang soll es dann auch möglich sein ohne weitere Kennzeichnung in jene Bereiche einzufahren, die sonst aufgrund der Bestimmungen des IG-L gesperrt wären.

Voraussetzung um ein solches Pickerl zu erhalten, ist die Zulassung des Fahrzeuges als „historisch“.

Bisherige Bestimmungen bleiben in diesem Zusammenhang aufrecht: Fahrbeschränkung für 120 Tage pro Jahr bei PKW, 60 Tage bei Zweirädern, Führung eines Fahrtenbuches mit dreijähriger Aufbewahrungspflicht.

Bei der 2-jährigen Überprüfung muss in Hinkunft der Typenschein bzw. die Einzelgenehmigung ebenfalls vorgelegt werden, damit jener Zustand mit dem das Fahrzeug als „historisch“ typisiert wurde auch nach wie vor gegeben ist.

Zum Fahrtenbuch wird es noch eine eigene Durchführungsbestimmung geben, welche die genaue Aufzeichnungspflicht definiert (Datum der Fahrt, Kilometer, etc.)

Die Umsetzung wird allerding noch bis ca. Ende 2018 dauern.

Somit ist ein weiterer Meilenstein gelungen um unser rollendes Kulturgut auf Österreichs Straßen zu erhalten.

Quellen:

Östereichischer Motor Veteranen Verband (ÖMVV)

Steirische Oldtimerfreunde (STOF)

Der momentane Stand der Dinge ist, dass das Fahrtenbuch (die Einhaltung der Fahrtbeschränkung bzw. deren Kontrolle) an sich aufgewertet wird, im Gegenzug aber die grundsätzlichen Anforderungen an das Fahrtenbuch "minimiert" werden.

Wahrscheinlich werden die grundsätzlichen Anforderungen sein: Fahrzeug Marke und Type, Fahrgestellnummer, Eintrag: laufende Nummer und Datum, am Ende des Jahres: Strich drunter und mit neuer laufender Nummer beginnen - das war's.

Es gibt auch schon Pläne ein vom BMVIT abgesegnetes "Musterfahrtenbuch" aufzulegen (von Sponsoren finanziert) und dieses gratis zu verteilen.

Ein wichtiger Punkt ist auch die "Genehmigungskonformität" zukünftig bei der § 57a Überprüfung zu kontrollieren, also nachträgliche Umbauten (die dem historischen Fahrzeug widersprechen) zu erkennen bzw. zu verhindern.
 

Die rote §57a Plakette

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